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Es war beschlossene Sache, dass die Gemeinde Bockhorst durch die bevorstehende und dann am 01.01.1973 vollzogene kommunale Neuordnung als neuer Stadtteil von Versmold ihre Selbständigkeit verlieren sollte. Viele Bockhorster sahen nicht nur den Verlust der bisherigen politischen Unabhängigkeit, sondern befürchteten auch, daß die dörfliche Identität Schaden nehmen würde. Vor diesem Hintergrund gründeten rund 40 Bockhorster Bürgerinnen und Bürger am 05. Mai 1971 den Heimatverein Bockhorst e. V..
Satzungsgemäße Zwecke des Vereins sind die Förderung der Heimatpflege, der Heimatkunde und der Heimatgeschichte, des heimatlichen Brauchtums einschließlich der plattdeutschen Sprache und des Denkmal-


Heute verstehen sich die ehrenamtlich im Heimatverein engagierten Menschen als Vermittler zwischen den Interessen aller Bockhorster Institutionen und Vereine sobald es um die Belange des Dorfes geht. Beispiele sind die Erarbeitung und stückweise Umsetzung eines neuen Dorfentwicklungskonzepts, die Einladung zu Gesprächsrunden mit Bürgern und Politik bei dorfgestalterischen Fragen, Unterstützung von Projekten in Kindergarten und Grundschule etc.
Wir versuchen, diese neue Auslegung der Heimatvereinsziele mit unserem 2010 formulierten Leitsatz zu unterstreichen: "Vergangenheit kennen -
Zahlreiche Gruppen wirken aktiv daran, die vorgenannten Ziele und Zwecke des Vereins, dem heute über 200 Familien angehören, zu erreichen.
Die älteste Arbeitsgruppe „ Backhaus und Brotbacken“ entstand im Jahre 1982, als der Heimatverein ein altes Backhaus erwerben und im Ortskern neu errichten konnte. Seitdem wird mehrmals im Jahr Brot und im Dezember auch Weihnachtsgebäck in dem mit Holz geheizten Backofen gebacken.
Ein andere Gruppe des Vereins beschäftigt sich seit 1993 mit der Umsetzung des kompletten Herstellungsprozesses von Leinen. Die einzelnen Schritte " vom Flachs zum Leinen" werden bei verschiedenen Anlässen (Hoffeste, Spargelmarkt...) der Öffentlichkeit präsentiert und erläutert. Häufig staunen nicht nur Kinder über die teilweise anstrengende Arbeit z.B. mit der "Racke", was die Redensart des "sich abrackerns" anschaulich werden lässt.


Unter Beteiligung eines aus 15 Bockhorster Bürgerinnen und Bürgern bestehenden Arbeitskreises beschloß die Stadt Versmold 1995 für die Ortslage Bockhorst ein Dorfentwicklungskonzept, das nach und nach umgesetzt wurde. Seinen deutlich sichtbaren Abschluß fand diese Arbeit mit der gemeinhin als gelungen angesehenen Umgestaltung des Kirchplatzes und der umgebenden Straßenzüge.
Im Jahre 1999 wurde der bisherige Rosengarten in einen Erlebnisgarten mit allerhand Stauden, deren Blütennektar als Bienennahrung dienen, Steinhaufen als Lebensraum für Ringelnattern und Feuersalamander, einer Vogeltränke und einem "Wildbienenhotel" umgewandelt. Die Anlage und Unterhaltung dieser Fläche für die Natur erfolgt durch die Arbeitsgruppe "Erlebnisgarten".
Am 01.10.2000 konnte mit der Einweihung des "Bockhorster Kottens" das bislang größte und aufwendigste Projekt des Vereins zum Abschluss gebracht werden. Ein aus dem Ortsteil stammendes kleines Fachwerkhaus wurde originalgetreu mitten im Ortskern neben dem Backhaus aufgebaut und dient seitdem sowohl als Veranstaltungsort für vereinsinterne Veranstaltungen als auch als Versammlungsort vieler örtlicher Gruppen. Im Kotten haben auch alle Geräte für die Flachsverarbeitung eine entsprechende Unterkunft gefunden. Darüber hinaus ist der Kotten die einzige Aussenstelle des Versmolder Standesamtes, so daß hier in historischem Ambiente Trauungen abgehalten werden können.