Lebenswertes Dorf

Dorfentwicklungskonzept für Bockhorst

Gruppe

Dorfbegehung

Für den Kreis Gütersloh wurde 2008 ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) aufgestellt. Ziel des ILEK ist es, die Entwicklungen im ländlichen Raum zu bündeln und zu stärken. Im Rahmen dieser Initiative wurde von den Akteuren als ein Leitprojekt u.a. eine Dorfentwicklungsoffensive für den Kreis Gütersloh formuliert. Nach Abschluss des ersten Dorfentwicklungsplans für Bockhorst konnte 2009 ein neues Dorfentwicklungskonzept (DEK) für den Ortsteil Bockhorst als Ergebnis dieses ILEK-Prozesses erstellt werden.

Der Planungsprozess des neuen DEK wurde in wesentlichen Teilen von den Bürgerinnen und Bürgern des Ortes Bockhorst im Rahmen gemeinsamer Arbeitskreissitzungen und einer Fragebogenaktion gestaltet. Darin wurden die Stärken und Schwächen des Ortes analysiert und gemeinsam ein Leitbild definiert, wie die künftige Entwicklung des Dorfes Bockhorst gestaltet und wie die Lebensqualität erhalten und verbessert werden kann.

Fabrikgebäude

Alte Roesterei

Der ländliche Raum unterliegt seit jeher einem stetigen Wandel und wird sich auch in Zukunft mit den jeweiligen Nutzungsansprüchen verändern. Durch das DEK soll in Bockhorst ein auf bürgerschaftlichem Engagement basierender Prozess initiiert werden, gemeinschaftlich und aktiv an der Gestaltung des Dorfes mitzuwirken, um den stattfindenden Wandel im ländlichen Raum positiv und zu Gunsten des Dorfes beeinflussen zu können.

Bei der Erstellung dieses DEK wurde daher der Schwerpunkt auf die Bereitstellung geeigneter Grundlagen gelegt, mit denen die Dorfgemeinschaft kontinuierlich an der Umsetzung des Konzeptes und der Gestaltung ihres Dorfes arbeiten kann.

Am 28.05.09 fand auf dem Hof Meyer-Siekendiek die Auftaktveranstaltung für die Erstellung der Dorfentwicklungskonzepte für die Versmolder Ortsteile Hesselteich, Oesterweg und Bockhorst statt. In Bockhorst fand darauf hin am 03.06.09 die erste Arbeitskreissitzung in Form einer Dorfbegehung statt, in der sich die beauftragten Planer zusammen mit Vertretern der Stadt Versmold und Bockhorster Bürgerinnen und Bürgern ein Bild von dem Dorf machen konnten. Dabei wurden die Qualitäten und Probleme des Ortes von den Bewohnern herausgestellt. An dieser ersten Arbeitskreissitzung nahmen rund 25 Bürger teil.

Planungsskizze

Vorschlag Umgestaltung Bachufer Erlebnisgarten

Es folgten drei weitere Arbeitskreissitzungen mit den Schwerpunktthemen

  • Dorfökologie, Natur- und Artenschutz, Landschaft, Dorfbild, Gebäude, Plätze, Straßen am 31.07.09
  • Wirtschaft, Landwirtschaft, Fremdenverkehr, Infrastruktur, Verkehr, Siedlungsentwicklung am 06.08.09 und
  • Soziales, Familie, Kultur, Jugend, Senioren, Vereine am 13.08.09

Am 28.10.09 wurden schließlich in einer weiteren fünften Arbeitskreissitzung die von der beauftragten Arbeitsgemeinschaft auf Grundlage der vorhergehenden Arbeitskreissitzungen entwickelten Maßnahmen und Vorschläge der Bockhorster Öffentlichkeit vorgestellt und im Detail diskutiert und weiter ausgearbeitet.
[…]
Um diesen begonnenen Prozess nachhaltig zu gestalten, ist eine kontinuierliche Mitarbeit der Dorfgemeinschaft, aber auch jedes Einzelnen im Rahmen seiner Möglichkeiten (z.B. private Gebäude- und Gartengestaltung) erforderlich und trägt so zum Erfolg des Dorfentwicklungsprozesses bei. Diese einzelnen Bausteine, egal ob große öffentliche Maßnahme, oder eine kleine private Maßnahme (z.B. die dorfgerechte Umgestaltung eines Vorgartens) sollte von der Dorfgemeinschaft dokumentiert und anerkannt werden, um so motivierend auf die Gemeinschaft einzuwirken. Hierfür geeignet sind regelmäßige Treffen der Dorfgemeinschaft, in denen die Umsetzung oder Ergänzung der im Entwicklungskonzept vorgeschlagenen Maßnahmen geprüft werden. Für den (wahrscheinlichen) Fall, dass sich äußere Rahmenbedingungen im Laufe der Zeit ändern, sind die Maßnahmen und die damit verbundenen Leitideen kontinuierlich anzupassen, um ggf. kurzfristig eine Realisierung zu ermöglichen. Um diesen Prozess zu unterstützen, fand im Spätherbst 2010 eine weitere Arbeitskreissitzung zusammen mit der beauftragten Planungsgemeinschaft, der Stadt Versmold und der Dorfgemeinschaft statt, um erste Erfolge oder Schwierigkeiten in der Umsetzung zu erörtern und Handlungsempfehlungen für die Zukunft geben zu können.

(Zusammengefaßter Auszug aus dem Dorfentwicklungskonzept des Planungsbüros „ o.9 hanke + schramme “ / Dr. Lutz Wetzlar, 2009)

Waldfriedhof

Zufahrt zum Waldfriedhof ohne Bäume

Allee

Zufahrt zum Waldfriedhof mit Alleebäumen

Das gemeinsam entwickelte, 65 Seiten starke Dorfentwicklungskonzept liegt nun vor. Verschiedene Anregungen wurden bereits in die Tat umgesetzt (Baumallee zum Waldfriedhof, Umgestaltung einzelner Elemente des alten Friedhofs in der Dorfmitte).

Andere Projekte warten nun auf ideelle, finanzielle und tatkräftige Unterstützung durch Gönner, Politik und helfende Hände.